Gedichte

Wei(h)nacht

Der Wein entlässt die letzten Blasen
Aus des dunklen Fasses Bauch,
in das rund’ Gewölbe gasen-
es ist der Gärung letzter Hauch.

Jetzt darf sich nach langem Gären
Die Hefe auf den Boden setzen.
Der Jungwein sollte sich nun klären
Und reifen ohne gleich zu hetzen.

Jetzt muss er Säure reduzieren
Und Aromen an sich binden.
Muß Weinstein auskristallisieren
Und noch Harmonien finden.

Nach dem Abstich fällt er brav
In den ersten Reifeschlaf.
Er träumt in seinem Faß, dem dunkeln\',
wie Wei(h)n-nachts-stern am Himmel funkeln.

WH 12/02

Dies war das Weihnachtsgedicht für den Weihnachtsgruß 2002